Bernhard Heidl

Psychologischer Psychotherapeut

Zur Psychologie von CORONA

CORONA zeigt sehr deutlich, wie wir Wirklichkeiten kreieren, indem wir das nicht Sichtbare und auch vielleicht nicht Existente in einem Bild oder einer Vorstellung erschaffen – heute regelmässig mit Materialien aus Angst, Sehnsucht und Zeitgeist.

Will man hier etwas lenken bzw. manipulieren, so setze man an diesen drei Hebeln an: Angst ist zu induzieren und zu schüren (Bildern des Grauens), Sehnsucht zu nähren mit Erlösungsfantasien (Impfstoffen) und der Zeitgeist ist zu festigen über einen plumpen Materialismus, der in Gestalt einer industriellen Medizin heute schön längst die Religionen abgelöst hat.

Aus dem Zeitgeist entwirft man das (Feind-)Bild eines »Dings« in Gestalt einer Seemine, mit der Wucht eines Torpedos, welcher Eintritt verlangt in einen Organismus, um dort blutrünstig zu wüten. Der Körper wird angegriffen - wir sind im Krieg. Entsprechende Rechte werden außer Kraft gesetzt. Das Wüten des Feindes entspricht der Tollwut, welche unweigerlich in den Tod führt, wenn nicht rechtzeitig der rettende Impfstoff herbeigebracht wird. Ein entsprechendes Bedrohungserleben lässt sich demgegenüber zwar noch relativieren durch die Zahl der Genesenen. Diese aber »hatten Corona!« und sind ab da nicht mehr dieselben. Ein diffuser Schauer überkommt uns angesichts des Hauchs des Todes, welcher sie bereits berührte.

Sie erscheinen uns immun, als hätten sie einen Pakt mit dem Teufel geschlossen oder als seien sie, vom Vampir gebissen, in eine Verwandlung gelangt, welche sie von uns Normalsterblichen unterscheidet. Sie geben sich zwar genesen, doch möchte man ihnen nicht des Nachts begegnen. Denn mit knoblauchdurchtränkten Masken kann man des Tags zwar noch Distanzen einschätzen, in der Nacht aber sind die Mächte der Finsternis uns eindeutig überlegen.

Das Bild des kugelförmigen »Dings« jedoch ist ein Rückfall in eine vorwissenschaftliche Auffassung, als unsere Realität noch aus Klötzchen oder Kügelchen zusammengesetzt gedacht wurde. Ein solches Denken hatte selbst die Naturwissenschaft eigentlich bereits überwunden. Und zumindest eine entwickelte Psychologie, welche nicht einer Wissenschaft der Erbsenzählerei hinterherläuft, sollte sich bereits gründlich auskennen mit Beziehung, Zusammenwirken und den Gesetzen jeder »Gestaltbildung«, aus einer unendlichen Realität heraus beschrieben als komplexes »Wirkungsgeschehen«.

Ein dinghaftes Viruskügelchen (siehe die entsprechenden Grafiken, welche wie die früheren Atommodelle bereits eine Wirklichkeit suggerieren sollen) wäre aber nicht beziehungsfähig und könnte nicht interagieren mit irgendeinem lebendigen Organismus. Es wäre wie ein Splitter in der Pfote eines Hundes zu entfernen, möglichst bevor dieser zu einer Entzündungsreaktion führt.

Wie ein Mensch auf eine Infektion reagiert, hat mit der Disposition seiner Lebenskräfte zu tun, mit seiner Resilienz. Von Lebenskräften versteht eine mechanistisch denkende Medizin aber nur wenig, sie denkt und lebt mehr von Ersatzteilen und stofflichen Gaben her, welche uns angeblich fehlen.

Es ist in Vergessenheit geraten bzw. wird unterschlagen, daß wir immer zwei Richtungen zu beachten und zu leben haben, nämlich einerseits die auf eine äußere und andererseits die auf eine innere Realität hin. Das wurde, insbesondere im jetzigen Zeitalter der Digitalisierung, in der ja nicht einmal die äußere Realität uns noch wirklich bzw. lebendig zu begegnen vermag, vernachlässigt und zunehmend verlernt.

Unsere »seelische Realität« aber ist immer Ergebnis aus äußerer und innerer Wirklichkeit, wir (d.h. unsere innere Lebendigkeit) sind immer bezogen auf die uns umgebende Realität. Und gefordert ist die Entwicklung einer »höchsten Lebendigkeit«, die unmittelbar mit Gesundheit und Resilienz in Zusammenhang steht. Von einer solchen »höchsten Lebendigkeit« weiß die zwar Mystik (und auch die Kunst!) noch »unglaublich« viel. Der Zeitgeist in der Gesundheits- und Tagespolitik aber wehrt hier ab und verordnet stattdessen Distanzmaßnahmen analog zu dem Bild der isolierten Einheiten, welches er in der Betrachtung des Virus bereits geschaffen hat. Da soll sich möglichst alles vermeiden und aus dem Wege gehen! Beziehung ist im Grunde gefährlich, entsprechende Konsequenzen der Isolation und zunehmenden Beziehungsunfähigkeit sind in Kauf zu nehmen. Oder sind sie als Maßnahme gegen Solidarisierungstendenzen gleichzeitig gar erwünscht?

Zuwendung nur noch über die Gabe von Desinfektionsmitteln und digitalen Kanälen. Ist die gegenwärtig verordnete Praxis als »Perversion« von menschlichem Zusammenleben bereits erkannt und diagnostiziert? Oder ist exakt sie diese gewollte »Neue Normalität«?

Wahrhaft Menschliches zeigte sich besonders u.a. in den therapeutischen Gruppen, in Workshops und den Psychosomatischen Kliniken z.B., in denen Menschen wieder beginnen, sich zu zeigen und sich gegenseitig Halt zu geben.

In menschlicher, in existenzieller Hinsicht wird nun stattdessen die verordnete Desinfektion aus Angst vor »Austauschprodukten« von lebendigen Beziehungen noch lange in vielen Menschen nachwirken. Die geforderte »höchsten Lebendigkeit« aber wird so unvermeidlich geschwächt werden und damit ein unverzichtbarer Faktor der Resilienz!

Es werden seriös aufbereitete Fakten in der Zukunft den heute Verantwortlichen einen entsprechenden Schuldspruch zukommen lassen oder ihnen gegebenenfalls, ob deren Unwissenheit, ihre Unzulänglichkeiten in Teilen nachsehen.

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