Kunst vermag unsere seelische Realität ganzheitlich und verstehbar darzustellen.
 
Auch das, was Wissenschaft zunächst abstrakt zu fassen versucht - sie will exakter sein als die (stets unscharfe) Realität -, muss anschaulich auf ein Bild gebracht werden, um überhaupt verstanden zu werden.
 
Denn aus jeder Entfernung vom Konkreten und Anschaulichen erwächst eine Flut von Konstrukten.
Man müsste zunächst einmal die jeweiligen Sprachen der Wissenschaftler wie Fremdsprachen lernen,
um zu verstehen, wovon überhaupt die Rede ist (siehe Konstruktivismus).
 
Praktiker können aber nicht so lange warten, ihnen ist die (positivistisch) verwissenschaftlichte ("messende") Psychologie zu seelenlos, zu unlebendig, ja eigentlich hat sie das eigene "Thema verfehlt".
 
Kunst als Ausdruck unserer psychischen Realität "auf (gestalt-)hohem Nivaeu" umfasst dagegen
Ganzheit und Essenz unserer lebendigen Erfahrungswelt. Manche Künstler vermögen uns erste Ansätze
zu vermitteln, wie das Psychische funktioniert, weil sie - wie die Kunst selbst - höchst produktiv sind.
 
Die Stilllegung des Seelischen (Fixierung des Lebendigen) ist etwas, was in einer psychologischen Behandlung bearbeitet wird - auch hierbei ist die Kunst eine Möglichkeit des psychologischen (therapeutischen) Ansatzes.